Kuba Tag 4 – von Vinales nach Surgidero de Batabano

Batabano - In dieser Straße haben wir eine Unterkunft!

Heute hieß es Abschied nehmen von Viñales. Der Plan war, die nächsten Tage auf der Isla de la Juventud zu verbringen. Das Problem dabei  ergab sich daraus das eine Überfahrt nur vom Busbahnhof in Havanna reservierbar ist. Bei verschiedenen Recherchen im Netzt stießen wir auf Klaus, einem Leipziger, welcher schon seit 25 Jahren auf Isla de la Juventud lebte. Dieser gab uns schon in Deutschland den Tipp einfach nach Batabano an den Hafen zu Fahren und mit etwas Trinkgeld nachzuhelfen die Tickets für die Überfahrt vor Ort zu buchen.

Vinales nach Surgidero de Batabano – Die Route

Wir fuhren also gegen 9:30 von Viñales auf die Autopista Richtung Havanna. Ca. 40km vor Havanna nahmen wir die Abfahrt nach Artemisa und fuhren über Alquizar und Güira de Melena nach Batabano. Die Fahrt verlief ohne Probleme, denn die Straßen waren in einem guten Zustand und in den Ortschaften gab es den ein oder anderen Obst und Lebensmittelstand. Somit stand der Selbstversorgung a lo cubano nichts im Wege.

Auf dem Weg nach Batabano bei der freundlichen Obst und Gemüsehändlerin mit Peso bekannt gemacht

Auf dem Weg nach Batabano bei der freundlichen Obst und Gemüsehändlerin mit Peso bekannt gemacht

Zu unserer Verwunderung mussten wir feststellen das man hier noch mit dem Cubanischen Peso (CUP) bezahlte. Obwohl doch überall zu lesen ist: “Nur wer regelmäßig auf Baumärkten einkauft oder in Pesorestaurants isst, braucht mehr als 250CUP (10CUC). Ich sag Quatsch. Wer sich außerhalb der Touristencentren aufhält solle immer reichlich CUP dabei haben. So kam es das wir für 2 Stauden Bananen und 3 Flaschen Rum 70CUP bezahlten, ca. 3CUC. In Viñales und Umgabung wollten die Leute 5CUC für eine Bananenstaude haben, ne schon klar!


Dort bot sich gegen 14:00 ein Bild des Schreckens. Heruntergekommene Häuser und Straßen mit Gräben so tief, das fast das Auto reinfiel. Am Hafen angekommen, stand eine recht stattliche Anzahl an alten russischen LKWs vor der Schranke. Wir fuhren an allen vorbei und parkten unser Auto direkt vor dem Schrankenhäuschen.

Es bildetet sich schnell eine Traube und mit Händen und Füßen versuchten wir zu erklären das wir 3 Tickets für die Überfahrt zur Insel wollten und eine Parkmöglichkeit für unseren Mietwagen. Wobei zugegeben uns ganz schlecht wurde unser Auto hier irgendwo abzustellen, es war das einzige weit und breit.

Kuba Surgidero de Batabano - Männer haben trotzdem Spaß beim Domino

Kuba Surgidero de Batabano – Männer haben trotzdem Spaß beim Domino

Ein Einheimischer welchem scheinbar als erster ein Licht aufging was wir wollten, erklärte uns das wir erst morgen früh versuchen könnten auf die Insel zu kommen, da das Boot heute schon weg war.  Sein Deal war folgender: Er besorgt uns eine Schlafmöglichkeit in Batabano, eine bewachte Garage für unser Auto, Abendesse, Frühstück und gegen 8:00 am nächsten morgen würde er uns abholen, die Tickets besorgen und auf die Fähre bringen. Jeder darf sich jetzt gerne die Bilder anschauen und fragen warum wir zögerten. Ich hab schon viel Elend und Armut auf Reisen gesehen aber der Zustand der Stadt Batabano setzt bis jetzt allem die Krone auf.

Wir gingen auf den Deal ein und er brachte uns in ein Haus an einer Ecke an der Hauptstraße, der Geruch aus Abgasen, Müll und Fäkalien brannte sich förmlich in unsere Sachen. Das Haus war aber das einzigeweit und breit was nicht baufällig war, sondern frisch gestrichen. Uns wurden die Zimmer gezeigt, wobei es nur 1 Zimmer gab, weil mein Bett im Gang stand. Der Bettbezug und die Matratze hätte ich in Deutschland nicht einmal zum Autoputzen genommen und woher die gelblichen und weißen Flecken stammten wollte ich gar nicht wissen.

Nachdem wir unsere Rucksäcke ausgepackt hatten und die Nasszelle getestet haben, gingen wir noch einmal auf Fototour durch diesen Lost Place und kamen mit reicher Beute an Streetaufnahmen zurück.

Fazit:

Die Leute auf dem Weg nach Batabano sowie die Einwohner dieser Stadt waren alle nett und freundlich. Trotz der kriegsähnlichen Zustände hatte ich nie das Gefühl Angst haben zu müssen. Wie ich erst jetzt erfuhr, wurde Batabano nicht nur einmal von schweren Hurrikans heimgesucht und verwüstet.