Kuba Rundreise Tag 0 – Anreise Varadero und Cardenas

Ihr wollt wissen wie eine Individualreise nach Kuba ausschaut? Wir zeigen es Euch! Informativ, spannend und abwechslungsreich. In drei Wochen einmal quer durch das Land? Das haben wir uns zumindest vorgenommen! Wir – das sind Anne, Marco und Jens. Und ist das tatsächlich eine verrückte Idee, so ganz ohne Spanischkenntnisse und Hotelbuchung Kuba zu bereisen? Nicht wirklich, aber dennoch ein kleines Abenteuer!

Totalitär regierte Staaten, die sich sicher bereisen lassen, gibt es wenige auf der Welt. Kuba gehört ohne Zweifel dazu. „Besuchen sie Kuba, solange es als ursprünglich gilt“ – lautet in diesem Zusammenhang für Pauschaltouristen gedacht und suggestiv vermarktet, ein mehr oder wenig sinniger Slogan diverser Reiseveranstalter.

Aber eine geführte Busreise? Nein danke! Wir reisen als Backpacker. 2016 schnürte unsere eingeschworene Gruppe wieder ihre Rucksäcke. Diesmal ging es also nicht wie in den vergangenen Jahren dem Sonnenaufgang entgegen, sondern Richtung Westen – auf der Suche nach der sozialistischen Gegenwart.

Anreise Varadero

Mit wenigen Textilien dafür mit umso mehr Video- und Fotoequipment ausgerüstet, starteten wir am 23. Januar von Frankfurt nach Varadero. Zu diesem Zeitpunkt gab es keine Möglichkeit per Gabelflug, via USA, auf Kuba zu landen. Das wäre von der Reiserute her spannender und gleichzeitig preislich günstiger gewesen. Bis dato dürfen ausschließlich Exilkubaner über Miami nach Kuba einreisen. Insofern doppelt ärgerlich für uns, denn damit reduzierten sich die Anbieter auf die beiden Fluggesellschaften Condor und Eurowings.

Beide Unternehmen bieten nur teure Direktflüge von Deutschland nach Kuba. Apropos: bei 11 Stunden Flugzeit ist der Aufpreis für einen Premium-Economy-Sitzplatz bei weitem keine Kür. Wir würden sagen, es ist eher die Pflicht. Die Beinfreiheit bei Condor beträgt somit statt 78cm Holz-, spürbar angenehmere 90cm Komfortklasse. Ein oneway-Ticket, incl. 25KG Freigepäck, schlägt mit über 400 EURO allerdings ein kräftiges Loch in die Urlaubskasse.

Soviel zum Thema „Billigflieger“, wobei die regelmäßigen Verspätungen im Flugplan von und nach Kuba zusätzlich als nervig einzustufen sind. Auf unserer Reise begrenzte sich die Verspätung für den Hin- und Rückflug auf „nur“ jeweils 4 Stunden. Das wiederum ist natürlich kein Vergleich zu jenen 60 (!), auf die es Ende 2015 eine Chartermaschine von Eurowings brachte.

Einreise Kuba

Die Einreise über den kleinen Airport Varadero verläuft entspannt. Das Touristenvisum, welches im Vorfeld an jedem größeren Flughafen in Deutschland für 25 EURO gekauft werden kann, gilt es vorzuzeigen, dass im Flieger ausgefüllte Zollformular abzugeben und anschließend wird an der Passkontrolle noch ein Foto gemacht. Für den geforderten und in Spanisch verfassten Versicherungsschein der Krankenkasse interessierte sich in Varadero hingegen niemand. Es ging zügig und wie man so schön sagt: ab durch die Mitte.

Nach der Gepäckausgabe, nur wenige Meter links vom Ausgang entfernt, kann oder besser muss Geld getauscht werden. Von den Touristen werden als Zahlungsmittel in 90 Prozent der Fälle ausschließlich die konvertierbaren CUC-Pesos akzeptiert (nicht zu verwechseln mit CUP, der einheimischen Währung). CUC wechseln einzig auf Kuba den Besitzer. Das Zahlungsmittel gibt es in keinem anderen Bankinstitut der Welt zu kaufen. Der Umrechnungskurs EURO zu CUC beträgt leicht schwankend 1:1,2. Wir können empfehlen, neben 50 EURO-Scheinen ebenso einiges an 5, 10 und 20ern dabei zu haben.

Bankautomaten sind weiterhin Mangelware auf Kuba und wenn vorhanden, dann ausschließlich in größeren Städten. Dabei ist zu beachten: Die EC-Karte wird nirgendwo akzeptiert und Kreditkarten unterliegen einer relativ hohen Dollar-Transfergebühr. Demnach: Nur Bares ist Wahres, zumal die Möglichkeit besteht, in jedem besseren Hotel jederzeit nach zu ordern. Wer am Ende CUC übrig hat kann diese im Transitbereich ohne Probleme und Verlust wieder in EURO zurücktauschen. Die Ausfuhr von CUC ist im Prinzip verboten.

Anreise Cardenas

Bereits von Deutschland aus buchten wir über Airbnb das erste Quartier. Angelo‘s sogenannte Casa Particular (vergleichbar mit Couchsurfing) befindet sich in der Kleinstadt Cardenas. Diese ist ca. 45 Autominuten vom Flughafen entfernt. Der Vermieter holte uns trotz der massiven Verspätung, also weit nach Mitternacht, vom Airport ab. Die Kosten, von umgerechnet 30 CUC, empfanden wir als fair. Im Schnitt müsst Ihr für eine Übernachtung in einer Casa Particular mit 25 CUC rechnen. Wie viele Betten dabei belegt werden, ist nur abhängig von deren Anzahl im jeweiligen Zimmer. Es wird also immer die Räumlichkeit und nicht die Anzahl der Personen berechnet.

Cardenas – Hostal Casa Angelo’s

Angelo‘s Casa ist sauber, dass Frühstück ausreichend und gut. Es kostet wie allgemein auf Kuba üblich 5 CUC pro Person extra. Neben einer Art von Brötchen, dem schmackhaften Omelett, etwas Honig oder Marmelade und Kaffee oder Tee aus der Thermoskanne, wird je nach Fruchtsaison ein frisch gepresster Saft gereicht.

Ein Hinweis für Frühstücks-Sparfüchse: Die Vorstellung sich auf Kuba selbst zu versorgen und damit den einen oder anderen Peso zu sparen, ist eine absolute Herausforderung. Dazu später mehr…

Adresse: Avenida Espriu Nr656  zwischen Calle Velasquez und Calle Cristina, Cardenas. Tel:  +53 45 528 491 8 und Buchungsanfrage mit 18€ Startguthaben über Airbnb Einladung und Airbnb Angelo’s Casa.

Fazit: Bei später Ankunft in Varadero würden wir alles genau so wieder machen.